Eine gründliche Standortanalyse ist vor allem auf Problem- und Extremflächen der erste Schritt zu erfolgreichen und nachhaltigen Rekultivierungsprojekten. Diese Analyse bewertet Boden- und Umweltbedingungen und liefert entscheidende Informationen für die Entwicklung und Umsetzung von Projekten. Standortanalysen und Standortbewertungen umfassen die Untersuchung physikalischer, chemischer und biologischer Eigenschaften des Bodens. Dazu gehören Bodenproben, die auf Nährstoffe, pH-Wert, Struktur und Textur untersucht werden. Diese Daten helfen, Art und Aufwandmengen von Saatgut, Nährstoffgaben, Bodenverbesserungsmitteln, Mulchfasern und weiteren Komponenten zu bestimmen und mögliche Herausforderungen wie Verdichtung oder Erosion zu identifizieren.
Neben den Bodeneigenschaften berücksichtigt eine umfassende Standortanalyse auch morphologische, hydrologische und lokal- bzw. mikroklimatische Faktoren wie z.B. Hangneigung, Niederschlag, Exponierung, Temperatur und Sonneneinstrahlung. Diese Informationen sind wichtig, um zu ermitteln, welche Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften für eine nachhaltige Begrünung am besten geeignet sind und welche Maßnahmen erforderlich sind, um optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Weiterhin wird die vorhandene Vegetation der Umgebung analysiert, um festzustellen, welche Arten bereits vor Ort sind und wie diese in das Rekultivierungsprojekt integriert werden können.
Die Bewertung der hydrologischen Bedingungen ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der Standortbewertung. Diese umfasst z.B. die Bewertung der Wasserverfügbarkeit, der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, der Entwässerungsmuster und des Grundwasserstands. Eine genaue Analyse der Wasserdynamik hilft, Strategien zum Wassermanagement und zur Erosionskontrolle zu entwickeln.
Standortanalysen und Standortbewertungen gehen über die bloße Analyse der natürlichen Bedingungen hinaus. Sie beinhalten auch eine Bewertung der historischen Nutzung und möglichen Kontaminierungen des Standorts. Dies ist besonders wichtig, um potenzielle Umweltrisiken zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zur Sanierung zu planen.

Hangsenkrechte Reliefierungen (hier durch Bearbeitung mit dem Bagger) begünstigen die Erosion und sollten unbedingt vermieden werden.

Oberbodenandeckungen sind für Ansaaten meist nicht erforderlich und in der Regel sogar kontraproduktiv. Bei Kenntnis der Eigenschaften des jeweils anstehenden Rohbodens kann dieser qualitativ hochwertiger begrünt werden.

Bergematerial des Steinkohlenbergbaus neigt aufgrund meist hoher Pyritgehalte zu starker Versauerung und kann ohne bodenchemische Untersuchung kaum erfolgreich begrünt werden.

Dasselbe gilt für tertiäre Substrate des Braunkohlentagebaus.

Derart glatt abgezogene Böschungsflächen aus bindigem Substrat härten bei Trockenheit krustenartig aus und weisen durch Verdichtung ein reduziertes Bodenporenvolumen auf. Wurzelwachstum ist hier nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

Unsachgemäß ausgeführte Begrünungsmaßnahmen führen häufig nicht zum Erfolg und haben wie hier teils massive Erosionsschäden (starke Rinnenerosion mit beginnender Grabenerosion) zur Folge.